Pantanal und der unwirklichste Ort Bonito
Nach Brasília gings mit einer einen ganzen Tag dauernden Busfahrt weiter in die attraktivste Naturtourismusregion Brasiliens - das Pantanal. Da hab ich mich einer Reisegruppe von zwei Iren (es ist augenscheinlich keine Saison) angeschlossen und wir haben drei Tage auf einer völlig abgelegenen Ranch in der Nähe von Corumbá verbracht. Der Guide hat mit uns einige Touren durch die Wildnis unternommen, um die merkwürdigen Tiere (Tuiuiu, Capibara, Jacaré, Quati, Tatu, Anakonda, ...) aus der Nähe zu beobachten. Wir konnten auch mit einfachsten Mitteln Piranhas angeln, da die Flüsse wirklich übervoll mit denen sind. Danach haben wir den Fang gegrillt (wirklich lecker!). Das Pantanal ist ein Gebiet so groß wie Deutschland, das jedes Jahr in der Regenzeit bis auf einige Inseln und Stege komplett überflutet wird, darum ist es bisher im Gegensatz zur Amazonas-Region vom brasilianischen Raubbau verschont geblieben.Nicht weit weg (in brasilianischen Maßstäben) befindet sich der so ungefähr unwirklichste Ort der Welt. Er heißt Bonito, was "schön" bedeutet. Das besondere an dieser eigentlich eher häßlichen Stadt sind die zahlreichen Flüsse, die um sie herum fließen. Sie entspringen im Gebirge und sind extrem reich an Calciumbicarbonat und Magnesiumbicarbonat. Ihr Wasser sollte man möglichst nicht schlucken, denn es wirkt wie ein Abführmittel. Allerdings ist es sehr schön anzuschauen, denn die Bicarbonate lassen alle Schwebstoffe zu Boden sinken und die Flüsse werden dadurch kristallklar. Da sich auch massig Fische darin befinden, sehen sie aus wie riesige Aquarien. Solange man wie gesagt das Wasser nicht schluckt, kann man auch zusammen mit den Fischschwärmen darin schwimmen und schnorcheln.

Wer jemals nach Südamerika will, sollte sich den Ort auf jeden Fall auf der Landkarte markieren. Wer nicht so weit fahren will, kann dasselbe Phänomen auch in Kroatien an den Plitvicer Seen erleben, allerdings scheinen mir die Fische da kleiner und weniger zahlreich zu sein.

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