Ein Pabst geht, ein Papst kommt
Meine zwei Monate auf der Fazenda sind inzwischen auch schon vorbei. Die restlichen drei Wochen werd ich das weltliche Brasilien erkunden und mich fern von Kirchen, Klöstern und Rosenkränzen halten. Mein Fast-Namensvetter Benedikt, der sechzehnte, wird mir aber folgen und die Fazenda von Pedrinhas im nächsten Mai besuchen. Dafür wird unter anderem gerade ein Hubschrauber-Landeplatz gebaut.
Der Papst kommt hierher als Abstecher von seinem Besuch des ungefähr eine Stunde entfernten Wallfahrtsortes Aparecida. Dieser Ort ist nicht zu vergleichen mit den europäischen Pilgerzielen wie Fàtima oder Lourdes. Er ist um ein vielfaches riesiger. Jedes Jahr strömen mehr als 8 Millionen Pilger nach Aparecida, was ihn zum mit Abstand grössten katholischen Wallfahrtsort der Welt macht. Die Basilika Nossa Senhora de Aparecida ist allerdings ein unansehliches Ziegelmonstrum, das nur aus der Ferne durch schiere Grösse beeindruckt.
Wenn die Pilger überzeugt sind, dass ihre Gebete von Maria erhört wurden, kommen sie wieder und bringen Devotionalien mit. Bei geheilten Gliedmassen bieten sich z.B. Wachsabdrücke selbiger an, die an der Decke aufgehängt werden. Auf welche Wohltaten sich die vielen echten und Spielzeug-Waffen beziehen, konnte ich nicht wirklich herausfinden. Vermutlich, dass jemand der Kriminalität den Rücken gekehrt hat.

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