Casa Sant' Afonso
Die einzelnen Häuser der Fazenda liegen recht weit auseinander (bis zu 40 Minuten). Der Erfolg der Rekuperation hängt darum stark vom jeweiligen Koordinator des Hauses ab. In meiner Heimstatt Casa Sant'Afonso hat Deivid das Sagen und der fährt zum Glück für alle ein relativ strenges Regiment. Es gibt meines Wissens nur einen im Haus, der es trotzdem immer wieder schafft, sich Marihuana zu organisieren, unter anderem auch mit einer Euromünze, die er von mir als Erinnerung haben wollte. Da sieht man, dass der Wert von Geld nur eine Frage kollektiven Vertrauens in die jeweilige Währung ist. Keine Institution in ganz Brasilien wird diese Euromünze umtauschen, aber solange alle an ihren Wert glauben, kann man damit vieles zahlen.

Unsere tägliche Arbeit ist unterschiedlich, sorgt aber immer für durchschwitzte Kleidung und guten Schlaf. Zur Zeit wird ein Graben für einen Wasserlauf ausgehoben, davor haben wir Eukalyptusbäume gefällt und aus den Stämmen stabile Pfosten für einen Weidezaun gemacht. Als Ausgleich zur anstrengen Arbeit bleibt noch genügend Zeit, um sich in einem der natürlichen Schwimmbecken von angestauten Bergbächen zu erfrischen. Zur Zeit ist das Wasser allerdings noch ziemlich frostig, schliesslich ist hier gerade erst Frühling.

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